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Moin Moin

Strand von Grömitz und Grömitzer Sonne wecken Urlaubsgefühle

In Grömitz zu Hause – oder wie es ist, an der Ostsee zu leben

In Grömitz zu Hause oder wie es ist, an der Ostsee zu leben

Grömitz ist nicht irgendein Ort. Denn Grömitz liegt an der Ostsee. Und das allein sagt schon ziemlich viel aus über das „Bad an der Sonnenseite“, wie es liebevoll genannt wird. Schließlich ist es das Meer, das hier alles prägt. So bestimmt es den Jahresrhythmus der Menschen, die hier leben. Es fesselt seine Bewohner und zieht die Gäste magisch an. 

Grömitz lebt von seinen Gästen. Und so kommt es, dass es hier nur zwei Jahreszeiten gibt: Den Frühling und den Winter. Dazwischen ist Sommer. Aber der ist so selbstverständlich hier, dass man ihn fast nicht bemerkt.

Wer in Grömitz wohnt, erlebt den Frühling anders. Denn schon bevor Krokusse, Narzissen und Co. ihre Köpfe aus der Erde strecken, brummen nicht die Bienen und Hummeln durch die Landschaft. Es sind die Strandkörbe. Jeden Tag mehr kommen sie mit Traktoren aus ihrem Winterlager hervor. Und schon bald stehen sie bunt an bunt nebeneinander am Strand.

Von Lachmöwen und Glückspilzen

Ich liebe diese Zeit. Aufbruchstimmung. Freude auf das, was kommt. Ich wurde schon hin und wieder gefragt, wie es ist, dort zu wohnen, wo andere Urlaub machen. Und ob man sich nicht irgendwann daran satt sehen könne.
An all dem Schönen. Am Meer. Die Antwort darauf kommt dementsprechend schnell und ohne lange nachzudenken: „Nein!“ Ja wirklich, auch wenn wir Grömitzer hier zu Hause sind, wenn das Meer für uns immer da, der Strand täglich unser Begleiter ist und die Möwen auch mal uns das Fischbrötchen aus der Hand stibitzen: Wir wissen wohl, dass wir Glückspilze sind.

Keine Zeit zu „verdödeln“

Kaum sitzen im Frühjahr die ersten Möwen auf ihren angestammten Strandkörben, passiert etwas Sonderbares in unserem Dorf: Die Einwohnerzahl scheint sich zu vervierfachen. Plötzlich sind so viele Gäste hier, dass wir Grömitzer uns kaum noch unter ihnen finden. Aber nur scheinbar. Für die meisten von uns ist jetzt Hochsaison. Da bleibt kaum Zeit zum Klönschnack. Auch der Weg zur Arbeit, Schule oder Kindergarten dauert jetzt viel länger. Luftmatratzen, Bollerwagen und Co. bummeln nun gemütlich über die Straßen. Da schaut man vergeblich nach vertrauten Gesichtern. Auch die Einkaufsschlangen im Supermarkt sind gleich viel länger. Und doch: Stress kommt nur selten auf. Wie denn auch, wenn man stets das Meer im Blick hat. Da heißt es dann abends schnell mal nach Feierabend rein in die Badebüx und ab ins Meer oder rauf aufs Boot.

Zugegeben, auch ich verreise gerne. Doch egal ob Städtetour, Kreuzfahrt, Abenteuerurlaub oder Wellness – sobald ich die Ostsee, die weiten Felder und den Yachthafen wieder sehe, bin ich glücklich. Und ja, ich gebe es zu. Manchmal wundere ich mich selbst darüber, wie sehr ich das alles unbewusst vermisst habe. Irgendwie bin ich halt doch in Grömitz zu Hause im Urlaub.

Strandlöper unter sich

Und dann –  ganz plötzlich – wird es sehr viel ruhiger im Ort. Mit dem aufkommenden Wind ziehen auch die Gäste wieder weiter. Aus der quirligen Ortschaft vom Sommer, wird nun ein verträumtes Dorf.  Viele Geschäfte gehen in den Winterschlaf. Selbst das Lieblingsrestaurant um die Ecke macht erst mal Verschnaufpause. Zumindest bis Weihnachten.  Bis dahin hat man wieder Zeit, für einen Schnack im Supermarkt.  Auch in der Stammkneipe sitzt man erneut mit den alt vertrauten Gesichtern beisammen und der Nachbar nebenan erzählt davon, dass er tagsüber die Strandkörbe ins Lager zurückgefahren hat. Keine Frage: Der Winter steht vor der Tür. Die Spuren im Sand sind wieder die eigenen. Allein. Und hin und wieder eine Möwe, die eine Krabbe gefunden hat. Sonst nichts. Und auch das ist schön.